|
Presse
Basellandschaftliche Zeitung vom 21. Februar 2011:
«Bewegte Stille»: Der Traum von der Leichtigkeit des Seins von Alfred Schlienger Kleinkunstbühne Rampe Fabian Cohn und Dominika Willinek zeigen ihr Tanzstück «Bewegte Stille». Melancholisch tropft das Klavier, aus dem Halbdunkel schälen sich zwei Figuren, ein Mann und eine Frau: einsam, getrennt und wie in einem heimlichen Wettbewerb, wer die Bewegungsmuster monotoner hinkriegt. Und plötzlich explodieren die beiden zu einer so agilen wie hohlen Rampen-Show mit Dauergrinsen. Doch bald schon bricht die repetitive Parade von Sein und Schein in sich zusammen, die Frau rastet als Erste aus, sucht in verzweifelten Zuckungen, Sprüngen und Pirouetten zu sich selbst zu kommen. Der Mann bellt Befehle, die Frau bellt zurück, jeder produziert sich vor dem andern, manipuliert, quält bei Bedarf – der ewige Kampf der Geschlechter. Bis die beiden in einen federleichten Contact Dance hinübergleiten, wo alles fliesst, die Frau den Mann trägt, der Mann die Frau. Wo jeder auch Raum hat für die eigene Identitätssuche. Hier vor allem gelingen zarte Bilder von berückender Schönheit. Hände, die Luft erforschen, ein Gesicht ertasten, als wärs der erste Schöpfungstag. Ist es ein Traum nur, eine Vision? Am Schluss jedenfalls, nach einer knappen Stunde, die gleichen Bewegungsmuster wie zu Beginn, aber nun wirken sie sanfter, weicher, liebevoller. Dominika Willinek und Fabian Cohn zeigen einen gelungenen Abend, in dem mehrere Künste zusammenfinden. Tanz, Pantomime und Sprechtheater verknüpfen sich mit der subtil eingesetzten Klaviermusik des katalanischen Komponisten Federico Mompou (1893-1987). Nadja Lutter am Flügel ergänzt die Stücke durch eigene Improvisationen. Die beiden Bewegungskünstler überzeugen durch eine Körperpräsenz und Differenziertheit, die auch nach innen zielt. Es sind die Feinheiten des Ausdrucks, die zählen, und insofern wirkt der Abend auch wie ein Training zum genauen Sehen und Fühlen. Der Basler Fabian Cohn hat sich in Berlin zum Pantomimen und Akrobaten ausbilden lassen. «Bewegte Stille» ist sein zweites abendfüllendes Programm. Dominika Willinek erwarb sich ihre Tanzausbildung am Laban Center in London. Gemeinsam stehen sie für die Suche nach neuen Ausdrucksformen an den Schnittstellen von Tanz, Musik und Mimenkunst.
Presseauszüge über Fabian Cohn und sein Stück "Alles was Recht ist":
Neue Zürcher Zeitung vom 27. Januar 2009: "(...) Hat uns jemals einer die Finanzkrise so schlagend erklärt? Wortlos und in Sekundenschnelle? Wurde uns je so plastisch wie poetisch vor Augen geführt, wie auf dem Rechtsweg die Gerechtigkeit buchstäblich auf der Strecke bleibt? Das Programm «Alles, was Recht ist» des 31-jährigen Pantomimen Fabian Cohn ist ein subtiles Plädoyer für die Menschlichkeit im Recht. Und der gebürtige Basler Cohn weiss, wovon er - nicht - spricht. Der studierte Jurist hat bei den Parlamentsdiensten und als Verwaltungsjurist gearbeitet, bevor er sich für den künstlerischen Weg entschlossen hat. Jetzt steht er, nach dreijähriger Ausbildung in Berlin, in seinem ersten abendfüllenden Programm mit dem Cellisten Thilo Krigar auf der Bühne. Die Musik dient nicht einfach zur Untermalung, sie ist auch Widerpart, Provokateur und Dompteur. Und Cellist Krigar ist nicht aufs Maul gefallen, mit träfen Kommentaren treibt er die Konflikte an. So mischen sich klassische Pantomime und Musik-Performance aufs Feinste. Stupende Körpertechnik trifft freches Cello. Ein Augen- und Ohrenöffner." Basler Zeitung vom 22. Januar 2009: BAZ Bericht
|